Wenn eine Zuckersüchtige denkt „ich gönn mir nochmal was“ (Woche #4 Zuckerausstieg)

Ich bin jetzt schon seit ein paar Wochen im Zuckerausstieg (hier kannst Du Woche #1, Woche #2 und Woche #3 nachlesen). Denn ich bin zuckersüchtig und will clean sein.

Ein paar Veränderungen habe ich schon bewältigt. Ich trinke keinen Kaffee und keinen Alkohol. Ich esse ein zuckerfreies Frühstück und ein ausgewogenes Mittagessen.

Und ich habe massive Torschlusspanik. Ich weiß, demnächst kommt die Woche, aber der ich gar keinen Zucker mehr essen werde. Und dann bin ich so über den Markt geschlendert, vorbei an meinem Lieblingskuchenstand. Ich weiß, der Butterkuchen dort ist ein Traum!

Also hab ich mir gedacht: ok, das gönn ich mir nochmal. Bevor ich dann vielleicht für immer zuckerfrei lebe, gönne ich mir nochmal so ein Stück Butterkuchen. Schwuppdiwupp war er eingekauft.

Zuhause hab ich ihn dann sofort komplett aufgegessen. Klingt nicht ungewöhnlich, aber Du musst wissen, der Butterkuchen vom Markt ist so groß, da könnten 4-5 Leute von essen. Ich habe also 4 große Stück Butterkuchen gegessen. Und ja, mir war dann schlecht.

Genauso schlecht war mir übrigens am Tag davor, als ich mir 2 Packungen After Eight gekauft habe. Und an einem Tag aufgegessen habe.

Und ich frage mich, ob andere Süchtige das wohl auch machen. Überlegt sich ein Alkoholsüchtiger „oh, noch ein Vodkashot bevor ich nüchtern bleibe?“

Genau an diesem Punkt bin ich gerade mit meinem Suchtstoff Zucker. Ich möchte am liebsten all die Kuchen, Schokoladen, Kekse, Bonbons, Riegel in mich reinstopfen, weil ich Angst habe, dass ich nie wieder so was LECKERES essen werde. Natürlich weiß ich, dass ein Teller Antipasti auch lecker ist. Aber ich möchte ZUCKER.

Also „gönne“ ich mir nochmal Zucker. Und es geht mir schlecht dabei. Auf der einen Seite habe ich Angst vor der Woche, ab der es heißt, JETZT KEIN ZUCKER MEHR. Auf der anderen Seite freue ich mich fast darauf, weil ich so hoffe, dass es klappt. Ich habe Angst, dass es nicht klappt. Und weiß doch, dass ich es schonmal geschafft habe, eine Zeit lang zuckerfrei zu leben.

So sieht es bei mir gerade aus. Angst. Zucker. Hoffnung. Zucker. Angst. Zucker. Hoffnung. Das allein ist schon ne schöne Achterbahn.

Und dann kommt noch die Blutzuckerachterbahn dazu. Denn nachdem ich soviel Butterkuchen gegessen habe, bin ich erstmal richtig gut drauf. Energiegeladen im wahrsten Sinne des Wortes. Aber es dauert nicht mehr lange, dann sinkt der Blutzucker ab. Und dann esse ich nicht mehr, weil ich es lecker finde, sondern weil ich schlechte Laune und Heißhunger hab. Und dabei hab ich dann Angst, dass ich es nie schaffe, vom Zucker loszukommen.

Schlechte Laune. Heißhunger. Zucker. Angst. Atmen. Hoffnung. Schlechte Laune. Angst. Zucker. Heißhunger. Angst. Zucker. Angst. Atmen. Zucker. Hoffnung. Heißhunger. Schlechte Laune. Zucker.

Da will ich raus. Atmen.

Angelika

 

Zuckerfreies Frühstück im Winter: Porridge

Ich weiß, wie wichtig ein gutes Frühstück für mich ist. Es gibt mir nicht nur Kraft für den Vormittag, sondern es hat auch einen großen Einfluss auf das, was ich den Rest des Tages esse (auch bekannt als „second meal effect“). Ein zuckerfreies Frühstück sorgt dafür, dass mein Blutzucker möglichst stabil bleibt. Und ich im besten Fall erst ein paar Stunden später wieder echten Hunger bekomme. Weiterlesen

Meine Zuckerfalle: Cafés

Ich sitze so unglaublich gerne in Cafés. Schon immer. Ich glaub es fing an, als ich Schülerin war. Endlich durfte ich alleine mit dem Bus aus dem winzigen norddeutschen Dorf in die nahe gelegene Universitätsstadt fahren. Und was habe ich es genossen, in Cafés zu sitzen und zu lesen. Ich hab mich so groß und frei gefühlt!

Oder der Tag vor ein paar Jahren, in Wien. Weiterlesen