Und jetzt doch: der erste Rückfall nach 140 Tagen zuckerfrei

Ich war 140 Tage lang zuckerfrei. Ich habe einige Zuckerfallen umgangen, aber dann ist es doch passiert: ich habe gewusst, dass ich was mit Zucker esse. Viel Zucker.

Und das kam so: ich war mit meiner Tochter im Zug. Wir haben uns ins Bordbistro gesetzt und sie hat sich Pfannkuchen mit Honig bestellt. Und nicht gegessen, weil sie sie nicht lecker fand.Zuckersucht: Rückfall nach 140 Tagen zuckerfrei

Also habe ich die Pfannkuchen gegessen. Weil es mir peinlich war, den vollen Teller zurückzugeben. Im Nachhinein denke ich mir: was für ein Quatsch. Wer sagt denn, was ich essen muss? Nur ich! Da werde ich wohl nochmal drüber nachdenken.

Aber was ich jetzt erzählen möchte ist, wie es mir seitdem ergangen ist. Wie körperlichen und psychischen Entwicklungen ich bemerkt habe.

Ein paar Stunden nach den Pfannkuchen, habe ich Kopfschmerzen bekommen. Genau die Kopfschmerzen, die ich sonst ständig hatte. Und erst jetzt fiel mir auf, das ich die in den letzten Wochen gar nicht mehr hatte! Früher, als ich noch Zucker gegessen hab, da hatte ich ständig Kopfschmerzen.

Das blödeste daran (abgesehen davon, dass Kopfschmerzen doof sind) war, dass ich auf einmal dachte: wenn ich jetzt was mit Zucker esse, dann sind die Kopfschmerzen wieder weg. Und ich musste mich echt zusammenreißen, um das nicht ausprobieren. Aber ich glaube echt, dass es funktioniert hätte. Zumindest hat mein Körper mir das vorgegaukelt.

Dummerweise habe ich dann am Tag danach wieder was mit Zucker gegessen. Irgendwie war meine Hemmschwelle niedriger und meine Selbstdisziplin nicht so stark wie sonst. Ständig dachte ich „ach, nur ein Stück macht doch jetzt nix“. Aber genau das eine Stück macht eben doch was. Weil ich dann noch einen Tag später nochmal was gegessen hab.

Und dann wusste ich: ich muss ganz schnell wieder zuckerfrei werden, sonst bin ich ruckzuck wieder drin in der Blutzuckerachterbahn. Ich hab quasi schon gemerkt, wie die Bahn nach oben fährt…

Ich hatte auch wieder Heißhungerattacken. Nicht so schlimm wie früher, aber sie waren da. Dieser Moment, wenn ich weiß, ich muss JETZT SOFORT was essen. Zum Glück war ich inzwischen wieder zuhause, wo ich ja nix mit Zucker da habe.

Und jetzt, nochmal ein paar Tage später, esse ich wieder zuckerfrei. Aber ich muss sagen, dass der Gedanke an Süßes wieder mehr in meinem Kopf ist. Ein paar Wochen lang haben mich Süßigkeiten und Schokolade überhaupt nicht interessiert. Aber jetzt denke ich wieder ständig daran. Und snacke auch viel mehr zwischendurch (meistens 100% Schokolade oder zuckerfreie Chips. Nicht besonders gesund, aber immer noch besser als Zuckerkram!).

Inzwischen bin ich wieder bei 3 zuckerfreien Tagen. Und auch sehr froh darüber. Jetzt möchte ich einfach wieder in den Zustand kommen, dass es mir egal ist, ob jemand neben mir Schokotort isst.

Aber das Gute ist ja: ich weiß jetzt, dass das geht. Ich weiß, dass ich zufrieden zuckerfrei leben kann! Und da bin ich sehr froh drüber.

Angelika

 

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3 thoughts

  1. Das macht mich nachdenklich. Ich denke, dass es für mich Sinn macht, wieder konsequenter zu sein. Ich würde nicht sagen, dass ich richtig süchtig war, ich konnte das Zuckeressen ganz gut kontrollieren, aber ich habe oft Sachen gegessen, weil sie süss waren und nicht weil sie objektiv gut schmecken. Ich habe einige Monate ganz konsequent auf Zucker verzichtet, allerdings habe ich auch in der zeit geringe Mengen zugesetzten Zucker z.B. in Salami oder so akzeptiert, weil es mir sonst zu stressig wurde. Vor allem wenn ich unterwegs bin, müsste ich ja eigentlich immer was dabei haben, sonst wird es schwierig.In den letzten Monaten habe ich an den meisten Tagen keinen Zucker gegessen, aber gelegentlich, wenn ich es wollte, doch. Es schmeckt mir dann auch und ich ärgere mich nicht. Aber je mehr Zucker ich esse, desto mehr wird es auch zum Thema, dauernd am Tag die Entscheidung zu treffen: Soll ich? Soll ich nicht? Das ist mir lästig, deshalb versuche ich mal wieder mir Ruhe vor dem Zeug zu gönnen. Dein Blog gefällt mir gut. Du schreibst schön!

    1. Oh, vielen Dank, ich freue mich sehr, dass Dir mein Blog gefällt!

      Und ich kann das voll verstehen. Die Umstellung auf zuckerfrei, die neuen Lebensmittel, die man suchen muss etc., das ist zeitaufwendig und auch ein wenig frustrierend. Aber wenn man es dann geschafft hat, dann empfinde ich das sogar als EINFACHER. Eben weil meine Entscheidung getroffen ist. Bei meiner Ernährung gibt es nur „ess ich“ und „ess ich nicht“, aber kein „naja, vielleicht heute doch mal“. Das klingt streng, aber mir tut es gut, diese Klarheit.
      Angelika

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