#zuckerfreieGesichter: Nina von „Bake it naked“

Als ich angefangen habe, mich zuckerfrei zu ernähren, da kannte ich niemanden persönlich, die oder der so lebt. In meinem Freundeskreis und meiner Familie war niemand zuckerfrei.

Das ist nun schon ein paar Jahre her. Zum Glück weiß ich inzwischen, dass es noch viel mehr Menschen gibt, die sich zuckerfrei ernähren.

Und deshalb hatte ich eine Idee: ich möchte diese Menschen vorstellen! Und zwar in meiner Interviewreihe #zuckerfreieGesichter. Damit wir die Erfahrungen aus unserem zuckerfreien Leben austauschen. Damit wir wissen, dass wir nicht alleine sind.

Diesmal spreche ich mit Nina Simsek. Sie ist auch Bloggerin und schreibt auf ihrem Blog Bake it naked über gesunde Backideen.

Interview mit Nina Simsek (Bake it naked - gesund backen)

Lass uns mal ganz vorne anfangen: was war der Auslöser dafür, dass Du Dich in das Abenteuer „zuckerfrei essen“ gestürzt hast?

Ich habe schon länger darauf geachtet, was ich esse. Vor allem in Phasen, in denen ich viel trainiert hatte (laufen, Ganzkörpertraining mit eigenem Körpergewicht). Da wollte ich mir meine Trainingserfolge auch nicht mit zu viel Zucker zunichtemachen.

Als dann meine Tochter geboren wurde vor 2,5 Jahren, hatte ich anfangs Heißhunger auf Süßigkeiten und ich habe dem auch meist nachgegeben. Bis meine Kleine angefangen hat, selbst zu essen. Dann habe ich darauf geachtet, dass nicht nur sie sich gut ernährt, sondern auch wieder ich. Da habe ich auch das gesunde Backen für mich entdeckt. Angefangen mit Baby Finger Food, dann aber immer weiter zu leckeren Kuchen und Snacks. Hat uns beiden sehr geschmeckt und sogar mein Mann mochte es – und da habe ich meinen Blog ins Leben gerufen. ☺

Ja, auf „Bake it naked“ hast Du echt schon viele Rezepte rund ums gesunde Backen gesammelt!

Wie bist Du dann vorgegangen, beim Zuckerentzug. Hattest Du ein Buch, das Dir geholfen hat? Ein Programm? Eine Ernährungsberaterin?

Nein, ich hatte kein Buch oder Programm. Ich habe das einfach selbst gemacht. Fertiggerichte gab es bei uns sowieso fast nie, daher war es eigentlich nur der Süßigkeitenkonsum, der eingeschränkt werden musste. Dadurch, dass ich viel „Süßes“ gebacken habe, hatte ich auch nicht mehr diesen Heißhunger. Und da ich vor meiner Tochter sowieso nicht Naschen konnte (Schokolade oder ähnliches), da sie sonst natürlich auch etwas wollte, hat sich das ziemlich schnell geregelt.

Zuckerfrei bedeutet ja für jede etwas anderes. Manche verzichten komplett auf zugesetzten Zucker, andere essen auch mal Datteln, Süßstoffe etc. Wie machst Du das?

Ich verzichte „nur“ auf Industriezucker. Ich süße meine Kuchen aber trotzdem sehr sparsam. Gerne benutze ich Banane und Apfel (oder andere frische Früchte), aber auch Datteln, Ahornsirup und gelegentlich Kokosblütenzucker in meinen Rezepten. Aber wie schon oben erwähnt, von allem immer nur wenig.

Was hat sich für Dich verändert, seit Du zuckerfrei isst? 

Ich kann seither viel besser auf meinen Körper hören, was er braucht. Wenn man seinen Energiebedarf nämlich ohne Zucker deckt, dann ist es gar nicht mehr so wenig, was man essen muss (vor allem auch in Zeiten wie Schwangerschaft und Stillzeit). Wenn also mein Körper tagelang nach Bananen schreit, dann weiß ich, dass er wohl gerade irgendeinen Inhaltsstoff der Banane benötigt – und dann gebe ich ihm das natürlich. Ich muss aber auch sagen, in meiner zweiten Schwangerschaft, hatte ich z. B. anfangs überhaupt keine Lust auf Süßes. Und wenn doch mal, dann aber nicht auf das, was ich normalerweise backe. Meine Auswahl an Zuckerersatz hat mich sogar angewidert – also habe ich mit Zucker gebacken, zwar sehr zuckerarm, aber ich habe auch da auf meinen Körper gehört.

Was machst Du in den Momenten, wenn der große Heißhunger auf Süßes kommt? Hast Du irgendwelche Tricks, Tipps oder Geheimrezepte? 

Ich muss auch zugeben, dass ich manchmal an sehr anstrengenden Tagen abends, wenn die Kinder im Bett sind, ein sehr großes Verlangen nach Süßem habe. Manchmal mache ich mir dann z. B. eine Schokocreme aus Avocado und Banane oder einen schnellen Tassenkuchen, der nur mit Banane und Apfelmus gesüßt ist (Rezept poste ich bald auf dem Blog). Aber in ganz seltenen Fällen, gebe ich auch mal der Versuchung nach und nasche einen Schokoriegel, damit sich die Gier nicht ins Unermessliche steigert 😉

Was aber eigentlich ganz gut funktioniert ist bei mir: Zähneputzen nach dem Essen. Dann ist die Lust auf Süßes schon nicht mehr so groß. Außerdem hilft es mir, wenn ich regelmäßig Sport treibe. Denn dann sagt mir mein Kopf, dass es doch jetzt dumm wäre, mein Training durch einen kleinen Schokoriegel zu „neutralisieren“ ;-).

Oh, so eine Avocado-Schokocreme habe ich auch schonmal ausprobiert, die könnte ich mal wieder machen. Und gegen Süßhunger habe ich gemerkt, dass es mir hilft, wenn ich möglichst viel Gemüse esse. Verrätst du uns Dein liebstes Gemüsegericht? 

Mein liebstes Gemüse zur Zeit ist Brokkoli. Am besten schmeckt er mir in einem leckeren Pastagericht (auch gerne Kichererbsenspirelli) – eine sahnige Soße mit Knoblauch und ganz viel Brokkoli, am besten noch mit Kirschtomaten und Parmesan!

Und meine letzte Frage: was rätst Du denen, die gerade am Anfang stehen? Was ist Dein Ratschlag für all diejenigen, die zuckerfrei werden möchten:

Ich würde mir für den Anfang einen festen Zeitraum festlegen, in dem ich auf keinen Fall Zucker essen will. Dann hat man nämlich zu Beginn immer ein Ende in Sicht – aber wenn das Ende des festgelegten Zeitraums näher rückt, dann WILL man höchstwahrscheinlich gar keinen Zucker mehr und es ist ein Leichtes, einfach weiter zu machen.

Wichtig ist auch, kleine Rückschläge nicht zu hart zu sehen, und trotzdem am Ball zu bleiben. Ich persönlich finde es auch nicht schlimm, wenn man hin und wieder zu zuckerhaltigem greift, solange man es nicht übertreibt und es zur Gewohnheit wird. Denn so lebt es sich doch am glücklichsten – ausgewogen ernähren, aber dennoch nicht zu hart zu sich selbst zu sein und auch den Spaß am Essen nicht verlieren. 😉

Ja, ich finde auch, dass man Rückschläge nicht zu ernst nehmen sollte. Man kann viel aus ihnen lernen und es beim nächsten Mal einfach anders oder sogar besser machen!

Vielen Dank liebe Nina, dass Du meine Fragen so offen beantwortet hast!

Und falls Du, liebe Leserin noch mehr Intervies lesen möchtest, hier findest Du die anderen: #zuckerfreieGesichter!

Angelika

 

 

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