Worum ich VeganerInnen beneide

Ja, ich gebe es zu: manchmal beneide ich VeganerInnen. Nicht wenn’s darum geht, was sie essen. Ich mag zwar nicht besonders gerne Fleisch, aber Käse und Eier sind definitiv wichtige Lebensmittel in meiner Ernährungsweise.

Nein, es gibt einen anderen Bereich, bei dem ich VeganerInnen beneide: die Klarheit.

Bei veganem Essen ist klar, was vegan ist. Entweder es ist was tierisches drin, dann ist es nicht vegan. Und wenn nix tierisches drin ist, dann ist es vegan.

Und ich denke, in vielen Cafes und Restaurants gibt es inzwischen vegane Alternativen oder zumindest wissen die meisten Köche und KellnerInnen, was vegan ist! Wenn auf der Karte „vegan“ steht, dann ist es auch vegan. Und das ist toll! Ich freue mich sehr für alle VeganerInnen, dass es da in den letzten Jahren große Fortschritte gegeben hat.

Allerdings: Ich lebe nicht vegan sondern zuckerfrei. Und was zuckerfrei ist oder nicht, dafür gibt es keine allgemein gültige Definition.

Wenn ich in einem Restaurant frage ob etwas zuckerfrei ist, dann lautet bei herzhaften Gerichten eigentlich immer die Antwort: „da ist kein Zucker dran“.

Also bestelle ich mir das Gemüsecurry, nur um dann festzustellen, dass oben drauf ein dicker Klecks Mangochutney ist. Ja, in dem Bistro wo mir das passiert ist, saß ich zufällig neben dem „Speisekammerregal“ direkt beim Mangochutney. Also habe ich mir mal die Inhaltsstoffe angesehen – 50% Zucker!

Da geb ich mir also echt Mühe, zuckerfrei zu leben. Ich hab den Zuckerentzug durchgestanden, kontrolliere alle Lebensmitteletiketten und bekomme dann ein Gemüsecurry mit Mangomarmelade?

Und inzwischen bin ich immerhin so gefestigt, dass ich einfach um das Chutney herumgegessen habe.

Aber es hat mich geärgert.

Ich kann ja auch verstehen, dass es für die Restaurants und Cafés doof ist auf alles zu achten und alles auszuzeichen – vegan, glutenfrei, laktosefrei. Das ist alles klar definiert, dafür gibt es sogar anerkannte Zeichen.

Aber für zuckerfrei gibt es noch kein Zeichen und wenig Aufmerksamkeit. Ok, ich habe mal ein „zuckerfrei“ Zeichen gesehen auf einer Lebensmittelverpackung:

Nur um dann zu sehen, dass das einfach mit anderen Mittel gesüßt wurde.

Nichtsdestotrotz: ich gebe die Hoffnung nicht auf. Ich hoffe, dass es irgendwann mal ein Zeichen für „keine hinzugefügte Süße“ gibt.

Ja, ich gehe sogar noch weiter und träume von einer Welt, wo auf jeder Menükarte die Zutaten stehen, wie im Supermarkt. Dann kann ich entscheiden, dass ich all die Gerichte mit Honig, pürierten Datteln, Agavendicksaft, Mangochutney, Xucker etc. einfach nicht esse. Das wäre toll, oder? Und davon würden ja auch alle anderen, z.B. die mit Intoleranzen und Allergien profitieren.

Was sind Deine Erfahrungen? Was würdest Du Dir wünschen? Hinterlass gerne einen Kommentar!

Angelika

 

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