Zuckerfrei in der Reha-Klinik – meine Erfahrung

Ich war ein paar Wochen nicht aktiv hier auf dem Blog und auf Social Media. Ich war in einer Reha-Klinik, als Begleitperson. Also mir geht es gut! Ich habe jemanden begleitet und war quasi dafür zuständig, dass die Person rechtzeitig bei allen Terminen ist etc.

Ich war das erste Mal in einer Reha-Klinik und war sehr gespannt. Nicht nur auf den Ablauf, sondern natürlich auch auf das Essen! Ich bin nun seit über 4 Jahren komplett zuckerfrei. Wie habe ich es geschafft, zuckerfrei in der Reha-Klinik zu essen?

zuckerfrei in der Reha-Klinik

Letztendlich war dieser Klinikaufenthalt ja wie ein paar Wochen lang essen gehen. Also habe ich mich an meinen Leitsatz gehalten: „Vermeide das Offensichtliche und wähle das Bestmögliche“. Ich habe Nachtisch und Soßen weggelassen und möglichst viel Gemüse gegessen.

Ich war allerdings enttäuscht, dass es so viel Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis gab, also viele Kohlenhydrate. Es gab oft Fertigsalat und auch Ketchup. Zum Frühstück gab es immer Kakao, aber immerhin keine Säfte.

Es war gar nicht so leicht immer was zu finden, was für mich ok war! Komplett zuckerfrei in der Reha-Klinik war nicht möglich, zumindest nicht so, wie ich es zuhause handhabe. Weil ich eben nicht selber gekocht habe. Aber ich habe es so gut wie möglich gemeistert.

Zum Glück hatten wir im Zimmer einen kleinen Kühlschrank. Ich konnte mir im nächsten Supermarkt Naturjoghurt, Nüsse und etwas Gemüse kaufen. Das hat mir gegen den Hunger zwischendurch geholfen.

Gegen den Süßhunger habe ich mir viel zuckerfreie Schokolade mitgenommen. Beim nächsten Mal würde ich mir vor der Anreise auch noch Muffins oder Kekse backen. Denn Backwaren haben mir echt gefehlt. Aber immerhin hatte ich meine Schokolade.

Was mir sehr geholfen hat war mein Wissen, dass es mir zuckerfrei besser geht. Auch wenn ich “nur” die Begleitperson war, die Reha war ziemlich intensiv. Wir hatten jeden Tage viele kurze Termine, es hat fast die ganze Zeit geregnet und dann noch die vielen Corona-Bestimmungen. Manches Mal habe ich echt gedacht, dass ich soooo gerne ein Stück Kuchen hätte. Nach 4 Jahren zuckerfrei hat mich das echt überrascht. Aber Zuckersucht bleibt Zuckersucht.

Ich habe es geschafft zu widerstehen. Weil ich einfach wusste, dass es mir mit Zucker nicht gut geht. Dass ich dann wieder Kopfschmerzen und schlechte Laune bekomme. Und das konnte ich gar nicht gebrauchen! Also habe ich Latte Macchiatto getrunken und etwas von meiner Schokolade gegessen.

Und dann noch eine wichtige Sache: ich habe viel meditiert. Bei der Zuckerfreiheit geht es ja auch viel um Gefühle. Zumindest bei mir ist das so. Früher habe ich bei jedem Gefühl etwas Süßes gegessen. Als Belohnung, zum Trost, zum Feiern.

Da die Reha sehr intensiv war, waren da auch viele Gefühle im Spiel! Umso wichtiger war es für mich zu wissen, wie ich am besten mit meinen Gefühlen umgehe. Meditation eine große Rolle für mich. Ich kann Dir sehr die Apps „Insight Timer“ oder „Headspace“ empfehlen!

Was ich mir sehr wünschen würde für eine Reha-Klinik wäre mehr frisches und saisonales Essen. Ich weiß, dass das teurer und vor allem auch arbeitsintensiver ist. Aber ich denke Menschen, die gesund werden möchte, gerade die brauchen doch so richtig gutes Essen!

Ich hoffe sehr, dass sich das in den nächsten Jahren wieder ändert. Dass der Wert von gutem Essen wirklich als Wert geschätzt wird und die Menschen auch bereit sind, dafür zu zahlen.

Als ich aus der Reha zurück war habe ich mehrere Tage lange erstmal große Portionen Ofengemüse gegessen. Und Spargel. Und Quark mit frischen Erdbeeren. Und Smoothies mit vieeeeeelen Kräutern. Ich hatte das Bedürfnis, Nährstoffe zu tanken!

Also falls Du zuckerfrei in der Reha-Klinik sein möchtest, dann empfehle ich Dir:

Ich bin froh, dass ich wieder zuhause bin und mir wieder richtig gutes Essen machen kann, so das sich satt und zufrieden bin. Das ist so viel wert!